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Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 20:46 Uhr

Viele Social Networks beschäftigen sich heute nicht mehr (nur) mit der Frage "Was mache ich gerade", sondern verstärkt mit "Wo bin ich gerade". Solche Dienste bieten viele Vorteile. Bergen sicher aber auch einige Risiken. Ein paar Gedanken dazu.

Ob Foursquare, Twitter oder welches soziale Netzwerk auch immer. Den eigenen Standort der Welt mitteilen ist oftmals leicht möglich. Und irgendwie ist es unter Freunden ja auch cool zu zeigen, welchen Berg ich gerade erklommen oder an welchem Strand ich eben noch gelegen habe. Werden diese Statusmeldungen aber öffentlich, bergen sie nicht geringe Risiken. Das wird in letzter Zeit immer deutlicher.

Wenn Datensammler meine Daten abgreifen und der Werbeindustrie verkaufen ist das vielleicht ärgerlich, meist aber noch nicht wirklich schädlich für mich.
Für kriminell halte ich das allerdings, wenn die Nutzer im Vorfeld nicht oder nicht genügend über Datensammel-Praktiken informiert wurden. Ein populäres Negativbeispiel stellen im diesem Fall eigentlich "die Guten", nämlich Apple.
Noch kritischer wird es, wenn mich jemand immer im Auge haben will. Warum auch immer.

Das Beispiel der Website pleaserobme.com zeigte eindrucksvoll wie leicht es zum Beispiel Dieben gemacht wird, veröffentlicht man fortlaufend seinen Standort.
Kein Wunder das sich die Versicherer dieser Welt bereits Gedanken darüber machen ein neues Tarifierungsmerkmal etwa für die Hausratversicherung einzuführen: Nutzt der Versicherungsnehmer oder jemand aus der Familie soziale Netzwerke?
In Branchenkreisen werden mögliche Aufschläge für die Prämien mit bis zu 10% angegeben.

Zur Zeit gibt es für solche Art Schadenfälle - User twittert "ich bin in Australien", Einbrecher räumt das Haus in Deutschland aus - noch keine Rechtssprechung. Sicher können wir uns aber in Zukunft auf penible Prüfungen eines Versicherers gefasst machen.
Da wird es gut sein, wenn man in seiner Versicherung den "Verzicht auf Einrede grober Fahrlässigkeit" weitgehend ausgeschlossen hat. Denn als grobe Fahrlässigkeit könnte man es spontan schon auslegen, wenn ich laut in die Welt rufe "Hey, ich bin nicht zuhause". Ich bin schon sehr gespannt, wie die deutsche Rechtssprechung in diesem Thema reagieren wird.

An diesem Beispiel erkennt man, das es zukünftig sicher noch viele Bereiche unseres Lebens geben wird, die plötzlich aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden können und auch betrachtet werden müssen. Im weiten Feld der Social Networks stehen wir hier sicherlich erst am Anfang solcher Veränderungen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 21:42 Uhr
 

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