Was kommt nach dem Phishing?
Dieser Artikel beschäftigt sich nicht mit Zukunftsaussichten und neuen Technologien, wie die Phisher noch raffinierter gegen unbescholtene Bürger vorgehen könnten, sondern mit handfesten aktuellen Problemen:
Während der Geschädigte auf die Kulanz der Banken angewiesen ist, wenn sein Konto erstmal von Phishern leergeräumt, oder zumindest erleichtert wurde, haben auch die Phisher selbst ein 'ernstes Problem': Wohin mit der Beute?
Immer häufiger werden zur Zeit Anwerbeversuche per Email, die lukrative Jobs versprechen, bei denen der Angestellte lediglich sein Bankkonto zur Verfügung stellen muss.
Der Ablauf ist meist der gleiche: Der neue Mitarbeiter bekommt Geld auf sein Konto überwiesen, muss dieses abheben und per Bargeldtransfer (WesternUnion) an eine Stelle im Ausland senden. Er selbst darf dann ca. 10% des Geldes als Provision für seine Arbeit behalten. Der Empfänger des Geldes bleibt so anonym.
Was eigentlich schon nach den ersten zwei Wörtern nach Geldwäsche riecht, scheint, gut verpackt und mit einem seriösen Anstrich, für viele ein verlockendes Angebot mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen. Ein seriöser Arbeitsvertrag, gepaart mit einem schicken Internetauftritt und schon glaubt so mancher: Das kann ja gar nicht illegal sein.
Der Haken an der Sache: Es ist illegal! Das Konto des Mitarbeiters ist schnell identifiziert und dieser wird dann ebenso schnell wegen des Verdachts auf Geldwäsche angezeigt. Neueste Urteile gegen solche 'Finanzkuriere' zeigen auch, dass die Richter hier keinen Spass verstehen: Sie legten ein solches Vorgehen als gewerbsmäßige Geldwäsche aus und verurteilten den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten auf Bewährung. Die Hintermänner sind in diesen Fällen längst über alle Berge.
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